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Timmy
Timmys Schicksal veröffentlichen wir auf unserer Homepage, weil es sehr gut die Problematik veranschaulicht, gegen die wir ankämpfen und warum es so viele von den Katzen gibt, die wir versuchen, zu vermitteln. Im Oktober 2005 wurde Timmy vor unserem örtlichen Edeka-Markt aufgefunden. Er lag auf dem Seitenstreifen auf dem Beet, er schien zu schlafen, aber wie konnte das sein, mitten im Ort und dann auch noch bei kaltem Regenwetter? Niemand kümmerte sich um ihn, alle gingen achtlos an ihm vorbei. Eine Freundin meiner Mutter benachrichtigte sie telefonisch, sie fuhr sofort dort hin. Es stellte sich heraus, dass der Kater nicht schlief, sondern einfach nur erschöpft und sehr krank war. Meine Mutter bat zwei junge Mädchen, die gerade zufällig dort waren, kurz für 5 Minuten auf den Kater aufzupassen, sie wollte nur einen Transportkorb und Decken holen. Als sie wiederkam, waren die Mädchen bereits weg. Der Kater wehrte sich nicht, ließ sich einfach in den Transportkorb legen. Am nächsten Morgen kam er zu unserer Tierärztin zur Erstversorgung: Schwerer Floh- und Milbenbefall sowie Haarlinge und Nissen. Aber das war noch nicht einmal das Schlimmste, er hatte eine Bronchitis und im Atemtrakt so ziemlich alles vereitert, was vereitert sein konnte. 3 Wochen lang „rotzte“ er sich buchstäblich die Seele aus dem Laib. Wir richteten ihn ein Katzenzimmer in unserem Heizungskeller ein, da er nicht mit unseren Katzen zusammen kommen durfte. Da wir eine Wohnung im 1. Stock haben, mussten wir immer zu ihm runtergehen, dass kostete uns ganz schön viel Zeit, weil er ja auch nicht so viel alleine bleiben sollte. Er war jedoch so geduldig, gleich lieb, anhänglich, und ließ alles über sich ergehen, sein neues Quartier im Keller akzeptierte er sofort und machte auch keine Probleme, weil er jetzt eingesperrt war. Aus seinem Verhalten ließ sich schließen, dass er mit Menschen nicht unbedingt schlechte Erfahrungen gemacht haben muss, sein verwahrloster Zustand ließ jedoch eher auf das Gegenteil schließen. Wir gaben eine Such- bzw. Vermittlungsanzeige auf, sein Besitzer meldete sich jedoch nicht, aber eine Familie, die ihm ein neues Zuhause geben wollte. Sein neues Frauchen hat selber schon mehrfach Erfahrung in der Behandlung von kranken Katzen gesammelt und hat noch eine weitere, 9-jährige Katze, Emma, die jedoch nicht mit ihren kleinen Kindern zurecht kam und sich daher immer im Bodenzimmer verkroch. Timmy dagegen war gleich unkompliziert, spielte und schmuste mit den Kindern und schaffte es sogar, Emma aus der Reserve zu locken. Zum Zeitpunkt der Vermittlung war Timmy noch ziemlich krank, wir informierten seinen neuen „Dosi“ sehr genau übe seinen Zustand. Wir blieben natürlich in Kontakt, was folgte, waren noch unendlich viele Tierarztbesuche, die haben sich aber gelohnt. Heute ist Timmy ein prächtiger Kater, der in seinem neuen Zuhause wie ein König lebt. Beim Röntgen stellte sich jedoch noch etwas unfassbares heraus: Sein Körper ist komplett mit Schrotkugeln versehen, die man beim Streicheln auch fühlen kann, dass Ergebnis rücksichtsloser Jäger. Timmy kann mit diesen Kugeln jedoch leben, sie beeinträchtigen seine Gesundheit nicht. Wir können uns folglich nur vorstellen, was Timmy alles erlebt haben muss, bevor es so ein schönes Happy-End für ihn gab.
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